Registrieren     Login    

Pfarrbrief Dezember Januar Februar März

Geleitwort | Kalender | Nachrichten | Vorschau | Impressum | Drucken |

 

Liebe Schwestern und Brüder,


 

in den kommenden zwei Monaten begehen wir zum einen den Fasching und zum anderen die Fastenzeit. Beides sind Zeiten ganz eigener Prägung und beide gehören gut zusammen. Beides gehört zum menschlichen Leben dazu: das Feiern und das Fasten.
Für die Fastenzeit ist die Zahl 40 sehr bedeutend. Diese Zahl hat in der jüdischen wie in der christlichen Tradition eine hohe Symbolkraft:

- 40 Tage und Nächte ergoss sich der Regen der Sintflut auf die Erde; Noah wartete 40 Tage, nachdem die ersten Berge wieder sichtbar wurden.
- 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste.
- 40 Tage und Nächte blieb Mose bei der Gesetzgebung auf dem Berg Sinai.
- Zu einem 40-tägigen Fasten rief der Prophet Jona in Ninive die Menschen auf.
- Vor seinem öffentlichen Auftreten verbracht Jesus 40 Tage fastend und betend in der Wüste.

Die Zahl 40 steht für einen Zeitraum der Vorbereitung und des Übergangs, die zu Buße und Besinnung auffordert, Wende und Neubeginn ermöglicht. Nach diesen biblischen Vorbildern nannten die Christen die Zeit vor Ostern zunächst nach ihrer Dauer: „Quadragesima“- „40-Tage“.
Seit dem 4. Jahrhundert ist die 40tägige Vorbereitungszeit auf Ostern bezeugt. In dieser Zeit bemühten sich besonders die Büßer um die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft der Glaubenden am Gründonnerstag. Die öffentlichen Büßer legten zu Beginn ein Bußgewand an, „gingen in Sack und Asche“. Das Zeichen der Buße, streuten sich auch die anderen Gläubigen „aufs Haupt“; Zeichen ihrer Solidarität mit den Büßern. Ursprünglich eröffnete der 1. Fastensonntag die Zeit der 40 Tage, wie heute noch in Mailand. Doch als die Bußzeit zurücktrat und das Fasten mehr betont wurde, setzte sich im Abendland der Beginn der Fastenzeit am vorausgehenden Mittwoch durch. Die Sonntage als Tag der Auferstehung Christi und der Eucharistiefeier konnten keine Fasttage sein; Karfreitag und Karsamstag wurden miteinbezogen, so dass sich jetzt wieder die erstrebte Vollzahl 40 ergab.
Diese vierzig Tage laden uns ein, uns mehr mit der Bibel zu beschäftigen. Das Wort Jesu am Ersten Fastensonntag: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt,“ eröffnet uns den Weg hin auf das Lesen der Heiligen Schrift.

In diesen zwei Monaten wird sich auch einiges ändern in den beiden Pfarreien. Am 16.Februar gibt es ein Treffen von Vertretern aus den Pfarreien Mariä Unbefleckte Empfängnis und St. Nikolaus mit Vertretern der Pfarrei St. Joseph Luckenwalde und aus der Stabsstelle für den Fusionsprozess. Erstmals seit mehr als fünf Jahren treffen sich damit Menschen aus diesen vier Stellen gemeinsam an einem Ort, nachdem es im Vorfeld viele gesonderte Gespräche gegeben hat. Doch nur im direkten Gespräch kann man sich darüber austauschen, was die anderen Teilhaber in diesem Prozess wirklich wollen. Wie viele in der Gemeinde bereits wissen, halte ich nichts von dieser Fusion. Doch da der Erzbischof meinen deswegen an ihn gerichteten Versetzungsantrag, vor Beginn des Fusionsprozesses an eine andere Stelle versetzt zu werden, abgelehnt hat, und da es auf Grund der angespannten Personallage keinen Ersatz gibt, muss ich mit dieser Lage umgehen. Daher will ich mich bemühen, die negativen Folgen dieser Fusion möglichst abzumildern und das Gute am Fusionsprozess zu unterstützen. Dazu gehört, dass wir mit dem Beginn der Fusion zum Pastoralen Raum einen Verwaltungsleiter bekommen sollen, im Umfang einer halben Stelle. Der braucht natürlich einen guten Arbeitsplatz und kein jahrelanges Provisorium. Auf Grund der Anforderungen für Büroarbeitsplätze kann der Raum nur durch einen Ausbau des Dachgeschosses im Pfarrhaus Blankenfelde geschaffen werden. Mit den Bauarbeiten dafür wollen wir im März beginnen. Derzeit laufen bereits die Vorbereitungen, um Baufreiheit zu schaffen. Im Zusammenhang mit dem neuen Verwaltungsleiter ist in der St. Nikolaus Gemeinde die Frage aufgetaucht, was dann aus Frau Breithaupt wird. Dazu kann ich klar sagen, so lange der Fusionsprozess nicht abgeschlossen ist, bleibt die Arbeitsstelle von Frau Breithaupt erhalten. Nach der abgeschlossenen Fusion müssen die Gremien der neu gegründeten Pfarrei neu über die Stellenverteilung entscheiden, aber erst dann. Frühestens erfolgt diese Fusion zum 1. Januar 2027. Auf Grund der Erfahrungen in anderen Pastoralen Räumen ist eine Fusion auch zu einem späteren Jahresbeginn möglich, alle bisherigen Pfarreifusionen haben immer zu einem 1. Januar stattgefunden.

Aus anderem Grund schwieriger wird die Lage in Zossen, da Frau Helming zum 31. März ihre Arbeit als Pfarrsekretärin beendet, um in den Ruhestand zu gehen. Sie hat in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit in Zossen geleistet, gerade angesichts einer ganz kleinen Stelle von nur fünf Stunden pro Woche.
Ganz dringend sucht die Pfarrei Zossen daher auch eine neue Pfarrsekretärin / einen neuen Pfarrsekretär.

Ein paar Gedanken zu einem wichtigen Beruf in der Kirche:
Oft als erste die Tür des Pfarrhauses öffnen, freundlich sein, Schwellenängste nehmen. Das Gefühl weitergeben: „Es ist gut, dass du kommst!“. Sich Zeit nehmen für ein Gespräch ohne Zeit zu haben.
Über Trauer sprechen. Die Anmeldung zu einer Taufe annehmen, Termine vereinbaren und dadurch wieder Kirchentüren öffnen.
Dazu gehört auch professionell ein Büro führen, auf dem Laufenden sein und bleiben, die Übersicht bewahren, die Ruhe in der Hektik, die Gelassenheit dessen, der sein Handwerk kennt.

Herzlichen Dank an dieser Stelle daher an Frau Breithaupt und Frau Helming, die diesen Dienst in so hervorragender Weise seit vielen Jahren in unseren Pfarreien leisten.
 

Im Gebet verbunden

Pfarrer Steffen Karas