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Pfarrbrief August September Oktober November

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Liebe Schwestern und Brüder,


 

am 3. Oktober hat unser Papst Franziskus seine neue Enzyklika "Fratelli tutti" mit einem Aufruf zu einer neuen Weltordnung veröffentlicht. Er ruft darin die Menschheit zu Geschwisterlichkeit und Freundschaft über alle Grenzen hinweg auf.
Dazu sollen sich alle Menschen von Egoismus auf allen gesellschaftlichen Ebenen abwenden. Nur so ließen sich die Folgen der Corona-Pandemie und globale Herausforderungen wie soziale Ungleichheit und Migration bewältigen.
Sein Schreiben, das Züge einer Sozialutopie trägt, richtet der 83-Jährige ausdrücklich an "alle Menschen guten Willens" unabhängig von ihrem Glauben. Manche Beobachter sehen daher, dass man mit guten Zielen sich viel bewegen lässt.
In dem mit 287 Artikeln sehr umfassenden Text wirbt der Papst dafür, nach dem Vorbild des heiligen Franziskus andere Menschen unabhängig von Herkunft oder sozialer Zugehörigkeit in freundschaftlicher Offenheit "anzuerkennen, wertzuschätzen und zu lieben". Wer meine, die globalen Probleme nach der Corona-Krise mit den alten Systemen lösen zu können, sei "auf dem Holzweg". Inspirieren ließ sich der Papst dabei auch von Nichtkatholiken wie dem US-Bürgerrechtler Martin Luther King, dem südafrikanischen Anglikaner Desmond Tutu, dem ägyptischen Großimam Ahmad Al-Tayyeb und Mahatma Gandhi.
Beim Umgang mit Konflikten mahnt der Papst eine Stärkung der Vereinten Nationen an und fordert die Unterordnung nationaler Interessen unter das globale Gemeinwohl. Erneut verurteilt er Krieg und Rüstung als Mittel der Politik. Auch wendet er sich gegen einen zu großen Einfluss der Wirtschaft. Er verlangt die Einbeziehung aller gesellschaftlicher Gruppen, auch der Schwächsten, in Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen. Dabei stellt er sich hinter eine "Option für die Armen" und das Recht auf kulturelle Identität gegen eine globale Gleichmacherei; diese verurteilt er als Kolonialismus.
Das sind herausfordernde Anliegen und Anfragen des Papstes an uns. Im vergangenen Monat haben wir in der Reihe des Anderen Donnerstag über die neue Instruktion der Kleruskongregation gesprochen. Es war ein sehr guter Austausch und so wollen wir uns in dieser Reihe des Anderen Donnerstag am 19. November mit dieser Enzyklika befassen.
Der November ist der Monat der Natur und des liturgischen Jahres, der unseren Blick auf die Ewigkeit lenkt. So sind wie jedes Jahr die Gräbersegnungen geplant, in diesem Jahr werden wir uns grundsätzlich vor den Friedhofskapellen treffen, damit alles unter den erleichterten Freiluft-Corona-Bedingungen stattfinden kann.
Diese Zeit ist eine gute Gelegenheit auch hier im Pfarrbrief ein ganz tolles Projekt der Ökumene vorzustellen. Der Trauerbegleiter wurde von mehreren ganz engagierten Menschen aus der örtlichen Ökumene in intensiver und inspirierender Arbeit erstellt. Er kann dabei helfen, den Blick und die Seele für ein Thema zu öffnen, das so oft verdrängt wird und so ganz oft vieles ungeordnet hinterlässt.
So lädt diese Zeit ein, vieles neu zu betrachten, vom Papst bis hin zum Trauerbegleiter.
 

Im Gebet verbunden

Steffen Karas, Pfarrer