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Pfarrbrief November Dezember Januar Februar

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Liebe Schwestern und Brüder,


 

Am 8. Dezember 2020 hat Papst Franziskus sein neues Apostolisches Schreiben „Patris corde“ veröffentlicht und ruft ein besonderes Jahr aus, das dem Hl. Josef gewidmet ist. Mit väterlichem Herzen liebte Josef Jesus, der in allen vier Evangelien »der Sohn Josefs« genannt wird - beginnt das Schreiben.
Der Grund für die Veröffentlichung eines Schreibens, das vom Hl. Josef handelt, ist der 150. Jahrestag der Erhebung des Heiligen Josefs zum Schutzpatron der Kirche. Ist das aber nur eine Art der Erinnerung an das große Ereignis vor 150 Jahren? Oder vielleicht will Papst Franziskus den Hl. Josef aus dem Schatten hervorrufen und ein gutes Vorbild für die Menschen des 20. Jahrhunderts zeigen?
Am 8. Dezember 1870 erklärte Papst Pius IX. den Hl. Josef zum Schutzpatron der Kirche. In der Zeit der Industriellen Revolution zogen viele Menschen in die Städte, um das Lebensniveau zu verbessern und um sich von dem armen Leben auf dem Lande befreien zu können. Oft haben sie auch ihren Glauben und ihre christlichen Lebenswerte aufgegeben. In der Zeit kam die Kirche den Arbeitern entgegen und empfahl ihnen als Vorbild den Hl. Josef, der fleißig seinen Beruf ausgeübt hat.
Er war offen für die Stimme Gottes, obwohl er nicht alles verstehen konnte. Die Braut, die plötzlich schwanger wird, große Armut, Flucht nach Ägypten – das hat Josef erleben müssen. Vertrauensvoll tat er aber alles, was ihm befohlen wurde. Er wurde dann belohnt, weil er zum Nährvater des Gottessohnes erwählt wurde. Was für eine Ehre dem Gottessohn die täglichen Tätigkeiten beibringen zu dürfen, mit Ihm zu arbeiten und letztendlich Ihm an seinem Sterbebett bei sich zu haben.
Kann der Hl. Josef auch in unserer Zeit der Bedrängnis und Unsicherheit ein Vorbild sein? Als gerechtes, keusches, gehorsames, geduldiges Haupt der Heiligen Familie war er für den Erlöser ein besonderer Mensch. Für die Menschen zur Zeit der Industriellen Revolution wurde er als der vorbildliche Arbeiter eine große Hilfe. Auch in der Verwirrung der jetzigen Zeiten kann er für uns zum Zeichen der Beständigkeit, Geduld und des Vertrauens werden.
Niemand weiß, wie der nächste Tag aussehen wird, es ist uns nicht klar, was uns noch erwartet.
Ähnliche Gefühle hatte wahrscheinlich auch der Hl. Josef. Ein Gedanke hat ihn überstehen lassen: der Gott ist bei mir, je mehr ich auf Ihn vertraue, desto weniger Sorgen muss ich mir machen.
In dieser Zeit der Beschränkungen wäre es schön den Hl. Josef besser kennenzulernen und öfter seine Fürsprache zu erbitten. Dabei kann das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus „Patris corde“ behilflich sein, das im Internet zu finden ist. (http://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_letters/documents/papa-francesco-lettera-ap_20201208_patris-corde.html oder als Papierversion in unseren Kirchenvorräumen)
Der Heilige Vater schließt das Schreiben mit den Worten:

So wollen wir nun vom heiligen Josef die Gnade aller Gnaden erflehen – unsere Bekehrung.
Zu ihm lasst uns beten:
Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers
und Bräutigam der Jungfrau Maria.
Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut,
auf dich setzte Maria ihr Vertrauen,
bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.

O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,
und führe uns auf unserem Lebensweg.
Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,
und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.
 

Im Gebet verbunden

Tomasz Jablecki