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Pfarrbrief August September Oktober November

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Liebe Schwestern und Brüder,


 

am 25. September 2021 empfangen 28 Jugendliche aus den Pfarreien Blankenfelde-Ludwigsfelde-Trebbin und Zossen-Rangsdorf in der Salvatorkirche Berlin-Lichtenrade das Sakrament der Firmung.
Das lateinische „firmare“ bedeutet „stärken“ oder „bekräftigen“. Mit der Firmung wird ein Mensch volles Mitglied der Kirche. Was in der Taufe grundgelegt wurde, wird bekräftigt und gestärkt. „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“, spricht der Bischof den Jugendlichen bei der Firmung zu. Wer aber ist der Heilige Geist? Die dritte Person der göttlichen Dreifaltigkeit ist weniger anschaulich als Vater und Sohn. Das macht es manchen schwer, einen Zugang zum Heiligen Geist zu finden. Anderen kommt gerade die Abstraktheit und Offenheit entgegen.
Künstlerische Darstellungen des Heiligen Geistes gründen häufig in biblischer Symbolik: Die Darstellung des Geistes als Taube geht zurück auf die biblischen Erzählungen von der Taufe Jesu, von der alle vier Evangelisten bezeugen, dass der Geist Gottes wie eine Taube auf Jesus herabkam. Ein ebenfalls gebräuchliches Symbol ist das Feuer. Denn die Apostelgeschichte beschreibt, dass sich Zungen wie von Feuer auf den Aposteln niederließen, als der Heilige Geist sie an Pfingsten erfüllte. Sie sind Zeichen ihres inneren Feuers für die Botschaft Jesu Christi, die sie von da an mit Begeisterung und Mut verkünden. An gleicher Stelle wird der Heilige Geist aber auch mit einem Brausen wie ein heftiger Sturm beschrieben. Eine Identifizierung des Geistes mit Wind oder dem Atem Gottes findet sich mehrfach in der Bibel. Schon zu Beginn heißt es im Buch Genesis, dass die „ruach“ (hebräisch für „Wind“, „Lebensatem“) Gottes über den Wassern schwebte. Gott haucht dem Menschen seinen Lebensatem ein. Der Geist, der Atem Gottes wohnt also im Menschen und schenkt ihm Lebendigkeit, weht aber auch, wo er will, wie es in Joh 3,8 heißt. Diese göttliche Kraft führt zum Leben und zum Aufbruch und schenkt gleichzeitig die Gaben, die wir brauchen, um mit langem Atem ein Leben voller Veränderung zu bestehen: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht werden in biblischer Tradition als die sieben Gaben des Heiligen Geistes genannt. Wo diese menschliches Handeln prägen, wird das Wirken des Gottesgeistes für uns sicht- und spürbar.
Wenn in unserer Pfarrei das Sakrament der Firmung gespendet wird, so kann dies für uns alle Anlass sein, dem Wirken des Heiligen Geistes in unserer Welt nachzuspüren und uns selbst von ihm stärken und verändern zu lassen. Insbesondere aber bitte ich Sie um Ihr Gebet für unsere jugendlichen Firmkandidatinnen und -kandidaten, dass die Besiegelung mit dem Heiligen Geist sie stärke auf ihrem Lebens- und Glaubensweg.
 

 

Ihre Judith Lübker