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Pfarrbrief August September Oktober November

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Liebe Schwestern und Brüder,


 

Pauline Marie Jaricot wurde im 1799 in Lyon geboren. Sie war die Tochter eines reichen Seidenfabrikanten. Die ersten 17 Jahre ihres Lebens verbrachte sie im gutsituierten Haus und im Gegenteil zu vielen Zeitgenossen gehörte die Üppigkeit zu ihrem Alltag. In der Folge eines Sturzes wurde sie krank. Zuerst wurde sie von ihrer Mutter gepflegt, die bald verstarb. Nachdem Pauline wieder genesen war, ging sie in die Kirche, wo sie eine Predigt hörte, die sie so tief berührte, dass sie ihr Vermögen an Arbeiter, Kranke, Notleidende und für religiöse Zwecke zu verschenken begann.  Im Jahr 1817 gründete sie den Verein „Sühnewerk des missverstandenen und verachteten Herzens Jesu“, für Arbeiterinnen und Dienstmägde. Zur Unterstützung der Mission warb sie ab 1819 für einen nationalen Missionsverein, dessen Mitglieder sich verpflichteten, täglich ein Gebet zu verrichten und wöchentlich ein wenig Geld zu spenden. Pauline Marie Jaricot hat ihr ganzes Leben dem Apostolat für Gebet und Mission gewidmet. Sie starb 1862 in Lyon. 1930 wurde das Verfahren zur Seligsprechung eingeleitet, Papst Johannes XXIII. erklärte sie 1963 zur "ehrwürdigen Dienerin Gottes". Nach der 2020 erfolgten Anerkennung eines durch ihre Fürbitte gewirkten Wunders ist ihre Seligsprechung für den 22. Mai 2022 angesetzt.
Was hat diese fromme Frau mit unserer Pfarrgemeinde zu tun? Am 24.10.2021 begehen wir in der Kirche den Weltmissionssonntag, an dem wir besonders für die Mission beten und unsere Spenden geben können. Das Werk der ehrwürdigen Pauline Marie Jaricot war ein Grundstein für das Missionswerk in der gesamten katholischen Kirche. Vielleicht scheint ihre Idee heutzutage nicht so besonders zu sein, das Gebet und eine Spende waren (und sind) jedoch die größte Hilfe für die Missionsarbeit. Der Einsatz von tausenden Missionaren in der ganzen Welt braucht die Unterstützung der Gläubigen nicht nur im 19. Jahrhundert. Das Werk der Verkündigung der frohen Botschaft braucht auch heutzutage unsere Unterstützung. Die Kirche ist oft die einzige Institution, die den Menschen in ärmeren Länder die Möglichkeit gibt, sich reichlich zu ernähren, eine Ausbildung abzuschließen und einfache Krankheiten zu überwinden. Denn die wirksame Verkündigung ist erst möglich, wenn die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigt sind.
Der Weltmissionssonntag kann uns in Deutschland einen Anstoß geben, wie wir mit unseren reichlich befriedigten Bedürfnissen umgehen? Die Dankbarkeit und die Gewissheit, dass jede Brotscheibe eine Gabe Gottes ist, wäre eine gewünschte Haltung.
Für die Europäer ist die Mission in Afrika, in Ozeanien oder in Sibirien. Damit wären vermutlich viele von uns einverstanden. Die Mission ist in Brandenburg. Diese Behauptung kann ja überraschend sein. Die Mission ist sowohl in Ozeanien, als auch in Brandenburg. In unserer Umgebung brauchen wir Missionare und Zeugen des Evangeliums.
Das Gebet und die Spenden sind wichtig, noch wichtiger ist das Zeugnis, das ich als Christin, als Christ in meinem Alltag abzulegen habe. Das ist der Auftrag, der alle bei der Taufe bekommen haben, die Botschaft Christi zu verkünden.
Durch eine Spende werde ich nicht ärmer, ein Gebet soll für mich auch nicht so schwierig sein, eine Missionarin, ein Missionar im Alltag zu sein – das kostet oft viel. Wie kann ich in meinem Alltag missionieren? Wie kann ich ein glaubwürdiger Zeuge des Evangeliums sein? Die Gedanken können uns in diesem Monat begleiten. Und wenn ich mich als Missionar nicht vorstellen kann? Eine nähere Auseinandersetzung mit dem Leben von Pauline Marie Jaricot und ein Gebet durch ihre Fürsprache wäre ein guter Hinweis.   
 

Im Gebet verbunden

Diakon Tomasz Jablecki